„Von Menschen, für Menschen.“

Klaus Hose

lernte den Rettungsdienst bereits in frühster Kindheit durch seine Familie und das Jugendrotkreuz kennen. Der Funke für eine berufliche Perspektive zündete jedoch erst nach seiner Ausbildung zum Maschinenmechaniker. Zur Zeit der Golfkriege war für ihn klar, den Wehrdienst zu verweigern und somit kam er als Zivildienstleistender zum Deutschen Roten Kreuz, damals dem DRK Kreisverband Gießen. Darauf folgte 1991 die Ausbildung zum Sanitäter und 1996 die Ausbildung zum Rettungsassistenten in Herbstein. Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen qualifizierte er sich zum Praxisanleiter und zum Lehrrettungsassistenten weiter.

MA-Langtext

Heute kann man sagen, dass der Rettungsdienst im Laufe der Zeit viele Veränderungen durchlebt hat, egal ob in Sachen Struktur, Ausbildung oder Ausstattung. Unser Unternehmen geht diesen Wandel mit. Wenn ich Vergleiche ziehe, kann ich mit Stolz sagen: Wir zeigen uns vorbildlich, fortschrittlich und modern. Standards sind bei uns kein Fremdwort.

Ich selber arbeite im Bereich Gießen Land und bin sehr froh, den Beruf in meiner Heimat auszuüben. Dadurch kenne ich Krankenhäuser, Arztpraxen, Personal, Kollegen, viele Patienten und natürlich auch die geografischen Besonderheiten. Es ist sehr schön Mitmenschen in so mancher (Not-) Situation helfen zu können. Oft geht es bei Einsätzen nicht nur um die „klassische Schulmedizin“, sondern auch darum, Ansprechpartner oder Zuhörer zu sein. Manchmal brauchen unsere Patienten einfach eine haltende Hand. Ganz im Sinne des DRK Gründers Henry Dunant und somit für mich: von Mensch zu Mensch.

Ich mag es, Teil einer so großen Kollegenschaft zu sein, denn viele liebe und gute Freundschaften entstanden durch den Beruf. Ganz und gar gilt das für die festen Belegschaften auf den Stammwachen und deren Familien. Eine feste Teamkonstellation durfte ich lange Jahre genießen, was ich auch als eine sehr schöne Variante erachte. Na klar gibt es immer ein Für und ein Wider, allerdings möchte ich keinen Tag dieser tollen Zeit missen. Doch auch neue Freundschaften bilden sich immer wieder, alleine durch den jährlichen Wechsel von FSJ- und BFDlern oder, jetzt neu, auch mit den Notfallsanitäter-Azubis. Jeder einzelne bringt neue Ideen mit, und das fördert und fordert immer wieder aufs Neue. Schade ist, dass Viele bereits nach einem Jahr wieder gehen. Manche kommen aber später zurück, z.B. als Auszubildende, andere trifft man als Medizinstudenten wieder.

Die Freundschaften an der Arbeit halte ich für sehr wichtig, denn leider wird unsere Arbeitszeit faktorisiert – d.h. sie wird nicht zu hundert Prozent angerechnet. So erbringen wir eine hohe Wochenarbeitszeit. Zwölf Stunden Tag- oder Nachtdienste verlangen dem Familien-, Vereins- oder Freundschaftsleben schon viel ab. Dennoch bin ich durch hochmoderne Gegebenheiten, hohe Standards sowie „von Mensch zu Mensch“ sehr gerne bei der Arbeit.

Etwas bedauerlich finde ich, dass es in der heutigen Moderne noch immer keine einheitlichen Standards deutschland- oder sogar europaweit gibt. Alle Länder, selbst verschiedene Landkreise, „kochen ihr eigenes Süppchen“. Ein „hohes“ Ansehen in der Gesellschaft, eine einheitliche Ausbildung, optimale Medizin sowie die Zertifizierung der Mitarbeiter und Arbeitszeit und Bezahlung im gerechten Verhältnis sollten und müssen irgendwann einmal erreicht werden.