„In den letzten Jahren ist das Personal deutlich mehr in den Mittelpunkt gerückt.“

Daniel Offenbacher

ist über die ehrenamtliche Arbeit bei der DRK Bereitschaft Gießen zum Rettungsdienst gekommen. Im Jahr 2000 absolvierte er seine Rettungsassistentenausbildung am Bildungszentrum des DRK Rettungsdienst Mittelhessen. Anschließend leistete er seinen Zivildienst beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen ab. Seitdem arbeitet er als Rettungsassistent und Lehrrettungsassistent. Von 2010 bis 2014 setzte er sich als Betriebsrat aktiv für die Belange der Mitarbeiterschaft ein.

MA-Langtext

Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen geht es um Qualität. In den letzten Jahren ist das Personal deutlich mehr in den Mittelpunkt gerückt. Wir werden nicht als „reine Arbeiter“ gesehen, sondern als wichtiger Teil eines großen Systems, wo alle zusammen arbeiten.

Beim DRK  Rettungsdienst Mittelhessen investiert man viel in Personal, Material und Versorgungsstrategien, um den aktuellen Stand der Notfallmedizin in den Einsatz zu transportieren. Es geht natürlich um Wirtschaftlichkeit, aber es geht auch um Qualität.

Als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender ist es mir besonders wichtig, dass in den letzten Jahren das Personal deutlich mehr in den Mittelpunkt gerückt worden ist. Das merkt man an ganz vielen Stellen. Es wird darauf geachtet, dass arbeitsvertragliche Bestimmungen eingehalten werden und  - ganz wichtig – der DRK-Reformtarifvertrag wird angewendet. Das ist ja leider im Rettungsdienst nicht überall der Fall.

Für alle Bereiche gibt es gut organisierte Abläufe – z.B. für die zentrale Dienstplanung, MPG, Fahrzeugschäden oder Materialbestellungen. Das erleichtert die Arbeit doch sehr. Für den Einsatzdienst ist es auch sehr entlastend, dass Krankmeldungen rund um die Uhr bei der Rufzentrale entgegengenommen werden können, und dass man sich von hier aus um die Besetzung von kurzfristigen Dienstplanlücken kümmert. Und bei Zusatzaufgaben wird darauf geachtet, dass man danach nicht direkt in den Nachtdienst muss. Das macht die Planung sicher nicht leichter, aber sie wird den Mitarbeitern besser gerecht.

Ich arbeite generell gerne im Rettungsdienst. Bereits zu ehrenamtlichen Zeiten hat es mich fasziniert, in einer aktuen Situation für den Patienten Schaden abzuwenden und mich für eine bestmögliche Versorgung einzusetzen. In meiner hauptamtlichen Arbeit kann ich das durch die guten Rahmenbedingungen auf sehr hohem Niveau tun. Dabei gibt es Spielräume für eigenverantwortliches Handeln.

In meiner Wahrnehmung war das Wir-Gefühl früher stärker. Heute sind wir gewachsen – da ist das schwieriger. Aber in den letzten Jahren bemüht man sich sehr darum, das Wir-Gefühl zu verbessern. Wir werden nicht als „reine Arbeiter“ gesehen, sondern als wichtiger Teil eines großen Systems, wo alle zusammen arbeiten. Wir sind Rotes Kreuz und nicht irgendein Wirtschaftsunternehmen, das ist ein Unterschied.