DRK Rettungsdienst Mittelhessen bringt Expertise in Anhörung im Hessischen Landtag ein

Jens Dapper, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen (RDMH), wurde diese Woche als Sachverständiger in eine parlamentarische Expertenanhörung des Hessischen Landtags eingeladen. Der Hessische Landtag hat einen mehrstufigen Dialog- und Maßnahmenprozess gestartet, um Lehren aus der Corona-Pandemie zu ziehen und die Krisenfestigkeit des Landes zu stärken. Diese Einladung ist ein klares Signal: Die Erfahrungen des RDMH als einer der größten Leistungserbringer im hessischen Rettungsdienst haben überregionale Bedeutung.

Während der Pandemie war Dapper Geschäftsführer eines großen AWO-Verbands in Gießen und Mitglied des Krisenstabes des Landkreises Gießen, heute verantwortet er den DRK Rettungsdienst Mittelhessen. Was in seinem Statement vor dem Hessischen Landtag deutlich wurde: Die gemeinnützigen Strukturen haben wesentlich dazu beigetragen, dass die medizinische Versorgung auch in der Krise stabil geblieben ist. „Gemeinnützige Verbände wie das DRK sind eine tragende Resilienz‑Ressource für Hessen – ohne sie wären Versorgung und Rettungsdienst in der Pandemie an ihre Grenzen gekommen“, betont Dapper. Es habe sich gezeigt, wie leistungsfähig das Zusammenspiel von hauptamtlichen Rettungsdienstmitarbeitenden und ehrenamtlichen Kräften im Katastrophenschutz sei, wenn in kürzester Zeit zusätzliche Dienste, Notfallstrukturen oder Unterstützungsangebote aufgebaut werden müssen.​

Zugleich macht Dapper deutlich, dass diese Leistungsfähigkeit kein Selbstläufer ist: Gemeinnützige Träger hätten in der Pandemie Personal gehalten, in Vorleistung investiert und finanzielle Risiken getragen, um Versorgung und Rettungsdienst stabil zu halten. Und auch aktuell stehen die rettungsdienstlichen Strukturen unter einem wachsenden Druck. Unsicherheiten bringen der aktuelle Referentenentwurf zur Notfallreform und das bereits beschlossene KRITIS-Dachgesetz zur Stärkung von kritischen Infrastrukturen mit sich – vor allem hinsichtlich unklarer Finanzierungsregelungen und -zuständigkeiten. „Gemeinnützige Strukturen sind kein Kostenfaktor. Sie sind ein Sicherheitsfaktor. Wenn Reformen ohne klare Refinanzierungspflichten umgesetzt werden, entsteht nicht Effizienz – sondern Destabilität“, stellt Dapper klar.

Mit Blick auf aktuelle Reformen mahnt er an, Rettungsdienst, Pflege und Katastrophenschutz finanziell und strukturell so auszustatten, dass sie auch künftig krisenfest bleiben. Dazu gehören eine verlässliche Finanzierung der Vorhaltung im Rettungsdienst, klare Zuständigkeiten bei Investitionen in kritische Infrastrukturen sowie eine dauerhafte Stärkung des Ehrenamts in Mittelhessen.

 

Jens Dapper mit dem Vorsitzenden des Hauptausschusses Holger Bellino (links).