Ausbildungsabschlussübung für angehende Notfallsanitäter in Mücke

Ein schwerer Verkehrsunfall und ein Brand in einem holzverarbeitenden Betrieb – diesen beiden Szenarien mussten sich die Auszubildenden einer Notfallsanitäterklasse des Bildungszentrums des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) bei einer großen Ausbildungsabschlussübung stellen, die Ende September in der Gemeinde Mücke stattfand. Die Auszubildenden stammen aus den Reihen des RDMH, des DRK Kreisverband-Frankenberg und der Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Mittelhessen.

Die angehenden Notfallsanitäterinnen und -sanitäter befinden sich kurz vor ihrem Abschluss und hatten im Rahmen der Übung die Gelegenheit, eine Großschadenslage unter realitätsnahen Bedingungen zu bewältigen und ihr erlerntes Wissen praxisnah anzuwenden. „Die Übung ist nicht Teil der Prüfung, sondern dient eher der Vorbereitung. Alle Einsatzdienstteams werden von Praxisanleitenden begleitet und bekommen im Anschluss Rückmeldung zu ihrer Leistung“, erklärt Thomas Kriebel, der im Bildungszentrum für die Organisation der Übungen zuständig ist. „Mit der Abschlussübung schließen die angehenden Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter eine intensive Ausbildungszeit ab. Die letzten Jahre haben ihnen viel abverlangt: Fachwissen, praktische Fertigkeiten und immer wieder die Fähigkeit, unter Druck besonnen und professionell zu handeln. In ihrer Tätigkeit geht es nicht um Routine – es geht um Menschenleben, um Mitgefühl, um Verantwortung“, betont der Vogelsberger Landrat Dr. Jens Mischak bei seinem Besuch vor Ort.

Bei dem ersten Szenario war ein Ausflugswagen, der von einem Traktor gezogen wurde, auf einem Feldweg ins Schlingern gekommen und umgekippt. Zur gleichen Zeit befanden sich zwei PKW auf dem Feldweg, die aufgrund des umgekippten Ausfluganhängers ebenfalls verunfallt waren. Die Verletzten hatten sich zum Teil schwerste Verletzungen zugezogen und mussten mit Hilfe der Feuerwehr aus den Fahrzeugen und unter dem Anhänger gerettet werden.

Im zweiten Szenario des Tages kam es in einem holzverarbeitenden Betrieb zu einer Verpuffung. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zehn Personen im Betrieb, die an unterschiedlichen Stellen auf dem Gelände zum Teil mit Maschinen gearbeitet hatten. Personen mussten unter Arbeitsmaschinen geborgen und aus der Höhe gerettet werden, zum Teil auch mit Atemschutz. „Die heutige Übung ist mehr als nur ein letzter Test. Sie ist ein sichtbarer Beweis dafür, was sie gelernt und erreicht haben“, so Mischak weiter, der sich bei den Ausbildern und den Hilfsorganisationen, die diese Ausbildung möglich gemacht hatten, bedankte. „Vor allem gilt mein Respekt den Absolventinnen und Absolventen, die sich entschieden haben, diesen anspruchsvollen und wertvollen Beruf zu ergreifen.“

„Beide Szenarien waren für die Beteiligten von Feuerwehr und Rettungsdienst sehr herausfordernd. Enge Platzverhältnisse bei dem Verkehrsunfall und ein unübersichtliches Gelände bei der Verpuffung sind einsatztaktisch hoch anspruchsvoll und machen gute Absprachen zwischen den Einsatzkräften zwingend erforderlich. Wir sind sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen und dankbar, dass so viele bei der Umsetzung der Übung mitgewirkt haben“, erklärt Kriebel.

„Die heutige Abschlussübung hat eindrucksvoll gezeigt, dass die jungen Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter bestens auf die Herausforderungen im realen Einsatz vorbereitet sind. Ihr Fachwissen und ihre Handlungssicherheit sind das Ergebnis einer professionellen Ausbildung“, ergänzt der Vogelsberger Kreisbrandinspektor Marcell Büttner. „Von dem Teamgeist und dem professionellen Vorgehen der Prüflinge kann man zutiefst beeindruckt sein. Ihre Kooperation und das ruhige, strukturierte Arbeiten unter Stress sind genau die Qualitäten, die wir in unserem Rettungsdienst benötigen. Die Übung hat bewiesen, dass unsere Region auch in Zukunft auf eine exzellente notfallmedizinische Versorgung vertrauen kann“, hebt Büttner hervor.

Organisiert und durchgeführt wurde die Übung durch das Bildungszentrum des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen und die Feuerwehr der Gemeinde Mücke.

 

Beteiligte Fahrzeuge und Organisationen:

  • 3 RTW des DRK Rettungsdienst Mittelhessen
  • 1 RTW DRK Frankenberg
  • 1 RTW der Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Mittelhessen
  • 1 NEF DRK Rettungsdienst Mittelhessen
  • Feuerwehr Gemeinde Mücke, Standorte Nieder-Ohmen und Merlau
  • Einsatzleitung Rettungsdienst des Vogelsbergkreises (LNA und OLRD)

Gruppenfoto der Einsatzkräfte.