Elf neue Notarzteinsatzfahrzeuge in Dienst gestellt

Für seine Rettungswachen in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Gießen und dem Vogelsbergkreis hat der DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) elf neue Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) angeschafft, die sukzessive in Dienst gestellt wurden und an den Notarztstandorten die bisherigen Fahrzeuge ersetzen. Die Landrätinnen und der Landrat der entsprechenden Landkreise ließen sich die neuen Fahrzeuge detailliert vorstellen.

Bei einem Termin an der DRK Rettungswache in Gießen ließ sich Landrätin Anita Schneider die neuen Fahrzeuge zeigen. „Als Rettungsdienstträger ist es die Aufgabe des Landkreises Gießen, nicht nur den stetig steigenden Einsätzen im Rettungsdienst zu begegnen, sondern auch auf noch mehr Qualität im Rettungsdienst hinzuwirken. Dafür ist es wichtig, dass die Fahrzeuge unserer Leistungserbringer auf der Höhe der Zeit sind“, freut sich die Landrätin über die Neuanschaffungen.
 
Im Vergleich zu den bislang genutzten Einsatzfahrzeugen sind sowohl der Innenausbau, die medizinische Ausstattung als auch die Fahrzeugbeschriftung deutlich verändert worden. „Die Vorbereitungen zum Austausch der Fahrzeuge laufen schon seit längerem. Teil dieses Wechsels war ein Testlauf, für den wir einen Prototyp des neuen Fahrzeuges bereits vorab in Dienst gestellt haben. So hatten die Einsatzdienstkolleginnen und -kollegen die Möglichkeit, das neue NEF zu testen und Rückmeldungen dazu zu geben“, erklärt Heiko Hartmann, Referent der Geschäftsführung des RDMH.

Beeindruckt von der technischen Ausstattung zeigte sich auch Landrat Manfred Görig, der einen der neuen Wagen in Alsfeld in Augenschein nahm. „Damit kann die Qualität der Versorgung unserer Patienten  noch einmal verbessert werden“, unterstrich er. Die hohe Investition in insgesamt elf Fahrzeuge sei Beleg dafür, dass eine optimale Behandlung der Menschen oberste Priorität genieße. „Da ziehen alle Verantwortlichen an einem Strang“, betonte der Landrat.

Basis der Notarzteinsatzfahrzeuge ist der Mercedes Benz Vito 4x4. Beim Innenausbau wurde besonderen Wert auf die Sicherheit und das ergonomische Arbeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wert gelegt. Im Fahrzeuginnenraum wurde wie im Vorgängermodell ein Arbeitsplatz mit drehbarem Einsatzsitz realisiert, der Arbeitsschritte im Fahrzeug unter geschützten Bedingungen ermöglicht. Eine erhöhte Sitzposition im Fahrerraum schafft zudem eine bessere Übersicht im Straßenverkehr. Durch ein größeres Staufach in der Mittelkonsole befindet sich neben Straßenkartenordnern und der BTM-Mappe für die Dokumentation von Betäubungsmitteln auch die mobile Einsatzerfassung in der Ladehalterung im schnellen Zugriff.

Anders als bei den Vorgängerfahrzeugen erfolgt die Entnahme der gesamten Ausrüstung über die Heckklappe – inklusive der Notfallausrüstung (Notfallrucksack, EKG, Absaugpumpe und Beatmungsgerät), die bislang seitlich entnommen wurde. Je nach Außentemperatur können beide Notfallrucksäcke auf einem Auszug mit Wärmeplatten für den Einsatz vorgewärmt werden. Für die Blutgasanalyse wurde ein separates Wärmefach realisiert, das den Temperaturbereich gewährleistet, in dem das Gerät funktionsfähig ist.  Für die hygienische Aufbereitung der neu eingeführten Videolaryngoskope steht im Fahrzeug ein Hygienefach mit Hygienebox bereit. Hier ist das Material für die Aufbereitung zu finden, weiterhin kann sie auch als Ablageort für kontaminierte Teile genutzt werden. Voraussichtlich im Juli wird die Ausstattung um das neue Reanimationsgerät Corpuls CPR ergänzt, ebenso wie neue Einsatzhelme sowie das Kinderrückhaltesystem Kangofix, das auf der Fahrtrage im Rettungswagen fixiert werden kann. Die Fahrzeugbeschriftung basiert auf dem Konzept des Bayrischen Roten Kreuzes. Für eine Verbesserung der Wahrnehmbarkeit wurden auffälligere Blaulichtbalken, eine LED-Front und Seitenblitzer eingesetzt.

Stationiert sind die neuen NEF auf den Rettungswachen in Gießen, Marburg, Stadtallendorf, Wolfgruben und Lahntal-Göttingen. In Gießen und Marburg wird jeweils ein Reservefahrzeuge vorgehalten. Drei der NEF werden im Vogelsbergkreis eingesetzt, das elfte Fahrzeug ist in der Werkstatt des mittelhessischen Rettungsdienstes stationiert und kann im Schadensfall ausgetauscht werden. Die Neuanschaffung der elf NEF sind beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen Teil eines Fuhrparkwechsels, der 2019 abgeschlossen sein soll und alle Einsatzfahrzeuge betrifft.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell erfolgt die Entnahme der gesamten Ausrüstung über die Heckklappe.

Der drehbare Einzelsitz ermöglicht Arbeitschritte im Fahrzeug unter geschützten Bedingungen.

Landrätin Anita Schneider ließ sich die neuen Fahrzeuge von (von links) Stephan Windolf (Bereichsleiter Gießen) und Heiko Hartmann (Referent der Geschäftsführung) zeigen.

Dirk Schrey (links, Bereichsleiter beim RDMH) und Jan Rinkleff (Ausbildungsleiter des RDMH) zeigen Landrätin Kirsten Fründt und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer die Neuerung des NEF.

Landrat Manfred Görig (links) informiert sich auf der Rettungswache in Alsfeld über die neuen Fahrzeuge.