DRK-Rettungsdienst im Vogelsberg: Zusammenschluss mit RDMH

Zum 1. Juli wurde die ARGE als eigenständige Tochtergesellschaft an den DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) angeschlossen.

Die DRK Kreisverbände Marburg-Gießen, Biedenkopf, Lauterbach und Alsfeld haben gemeinsam beschlossen, den DRK-Rettungsdienst in ihren Zuständigkeitsbereichen neu zu ordnen. Mit Wirkung seit dem 1. Juli wird die DRK-Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst der DRK Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach gGmbH (ARGE) als eigenständige Tochtergesellschaft an den DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) angeschlossen und soll zukünftig unter dem Namen DRK Rettungsdienst Mittelhessen im Vogelsbergkreis firmieren.

Über die Perspektiven der Zusammenarbeit haben sich die vier Gesellschafter der gemeinnützigen Rettungsdienst-GmbH im Vorfeld ausführlich ausgetauscht. Gemeinschaftlich kamen sie zu der Einschätzung, dass ein enges Zusammenrücken der Betriebe und die Zusammenarbeit in größeren organisatorischen Einheiten eine zukunftsfähige Lösung darstellt. Der Rettungsdienst steht bundesweit vor großen Herausforderungen – die Anforderungen sind enorm gestiegen, und ein Fachkräftemangel macht sich bereits deutlich bemerkbar. Von einer einheitlichen und gemeinsamen Weiterentwicklung, flächendeckenden Konzepten und systematischen Qualitätsverbesserungen versprechen sich die Kreisverbände positive Effekte für die Zukunft. Ziel ist es, den Patienten und den Landkreisen als Rettungsdienst-Träger auch weiterhin eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung bereit zu stellen, den Beschäftigten möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten und ausreichend Nachwuchskräfte für eine Mitarbeit im Rettungsdienst zu gewinnen.

Manfred Hasemann, Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbandes Alsfeld e.V., hat gemeinsam mit Ralf Dickel, Kreiseschäftsführer im DRK Kreisverband Lauterbach e.V., die Entscheidung zur strukturellen Neuausrichtung mit angestoßen. „Unsere Vorgespräche waren sehr konstruktiv,“ sagt er. „Wir freuen uns auf die Kooperation in der neuen regionalen Zusammensetzung,“ so das Resümee von Manfred Hasemann.

Willy Welsch, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Biedenkopf e.V., begrüßt die Erweiterung der Gesellschaft. „Die Gründung des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen 1997 habe ich als richtungsweisend empfunden – die DRK Kreisverbände Biedenkopf, Marburg, Gießen und der private Rettungsdienst MKT haben damals ihre Rettungsdienste zusammen geführt und neu organisiert. Dafür habe ich mich persönlich eingesetzt. Die positive Entwicklung und die neue Erweiterung bestärken mich darin, dass wir damals den richtigen Weg beschritten haben.“

Christian Betz, sein Amtskollege im DRK Kreisverband Marburg-Gießen e.V. ist überzeugt davon, dass die Erweiterung der Gesellschaft der richtige Weg ist: „Im letzten Jahr haben wir die DRK Kreisverbände Marburg und Gießen fusioniert. Seitdem haben wir dort viele Verbesserungen auf den Weg gebracht. Ich bin überzeugt, dass wir auch für den DRK Rettungsdienst eine positive Weiterentwicklung erreichen werden. Sie wird sich auch für das Miteinander  von Haupt- und Ehrenamt bezahlt machen.“

Das weitere Vorgehen wird in den kommenden Monaten konkretisiert. Fest steht bereits, dass nach entsprechenden Vorgaben des Vogelsbergkreises einige der Rettungswachenstandorte in den kommenden Jahren modernisiert oder neu gebaut werden sollen. Auch bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Ausrüstung ergeben sich gemeinsame neue Perspektiven. In der  Aus-, Fort- und Weiterbildung werden die Beschäftigten im Vogelsberg künftig vom DRK-Bildungszentrum profitieren können. Die staatlich anerkannte Rettungsdienstschule in Marburg mit angeschlossenem Simulationszentrum gehört zum DRK Rettungsdienst Mittelhessen und stellt modernste Möglichkeiten zur Verfügung.

Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen und den zugehörigen Gesellschaften werden ab dem 1. Juli rund 730 Mitarbeiter beschäftigt sein. Die Gesamtzahl der Rettungswachen beträgt dann 40. Pro Jahr werden rund 86.000 Einsätze in der Notfallrettung und dem qualifizierten Krankentransport erbracht. Hinzu kommen weitere Einsätze wie z.B. Intensivtransporte, neonatologische Intensivtransporte und Einsätze der Inselrettung auf den Nordseeinseln Langeoog und Spiekeroog.

Bereits seit 2016 hatten der DRK Rettungsdienst Mittelhessen und die ARGE Gelegenheit, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Zum 1. Juni wurde der Dienstbetrieb in Kirtorf aufgenommen; die Besetzung erfolgt durch Mitarbeitende des DRK Rettungsdienst Mittelhessen.  Dieser neue Wachenstandort war vom Vogelsbergkreis im Rahmen seiner rettungsdienstlichen Erweiterungen beschlossen und ausgeschrieben worden. Als Bewerbergemeinschaft erhielten die ARGE und der DRK Rettungsdienst Mittelhessen gemeinsam den Zuschlag.

In der vergangenen Woche fand in Alsfeld ein erstes Treffen von Führungskräften und Betriebsräten statt. V.l.n.r. Jörg Görnert (Rettungsdienstleiter), Ralf Dickel (Kreisgeschäftsführer DRK Kreisverband Lauterbach), Stefan Katzauer (Kaufmännischer Leiter DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Thomas Traud (Betriebsratsvorsitzender der ARGE), Arne Sommerlad (Betriebsratsvorsitzender DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Peter Jakob (stv. Betriebsratsvorsitzender), Heiko Hartmann (Betriebsleiter DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Sebastian Schrimpf (Rettungsdienstleiter), Markus Müller (Geschäftsführer DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Manfred Hasemann (Kreisgeschäftsführer DRK Kreisverband Alsfeld)