50 Jahre Rettungswache Laubach

Am Freitag, dem 27. September feierte der DRK Rettungsdienst Mittelhessen das 50-jährige Bestehen der Rettungswache Laubach. Sie gehört zu den ältesten Rettungswachenstandorten in der Region, wurde zweimal verlegt und ist seit 2013 in einem Gebäude untergebracht, das eigens für die Nutzung als Rettungswache gebaut worden war.

Gemeinsam mit den DRK Rettungswachen Lich, Londorf und Hungen gehört Laubach zum Wachenbereich Gießen-Land. Auch die Wachen in Lich und Londorf haben eine lange Tradition. Lich ist bereits seit 52 Jahren Rettungswachenstandort, und Londorf (vormals Weitershain) seit 28 Jahren. Als neuer Standort kam Hungen  2012 hinzu, weil die Einsatzzahlen im Landkreis Gießen gestiegen waren.

Die Geschichte der Laubacher Wache macht deutlich, wie sich der Rettungsdienst über die Jahre entwickelte. Bis 1969 betrieb der DRK Kreisverband Gießen neben der Gießener Rettungswache drei Außenwachen in Butzbach, Lich und Weitershain. Als vierte Wache kam Laubach hinzu, die einem großzügigen Gebäudekomplex für die ehrenamtliche Arbeit und den Katastrophenschutz untergebracht wurde – einem Vorzeigemodell des DRK.

In einem Anbau standen für die Wache 16m² Fläche zur Verfügung, weiterhin drei Dienstwohnungen für die Mitarbeiter und drei Garagen für die Einsatzfahrzeuge. Die Wache war 12 Stunden pro Tag besetzt.
Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste wurden von zu Hause aus versehen. Dabei war die Mithilfe der Angehörigen erforderlich: Wenn ein Einsatz war, mussten sie den Telefondienst übernehmen. Einsätze wurden meist allein durchgeführt – manchmal auch ehrenamtlicher Unterstützung aus dem DRK Ortsverein.

Bis 1972 war die Wache mit zwei Sanitätern und Krankentransport-wagen besetzt. 1973 kamen ein weiteres Fahrzeug und zwei weitere Sanitäter hinzu. Von 1979 bis 1987 wurde auch der ärztliche Notdienst in der Wache untergebracht. Ab 1980 war die Wache rund um die Uhr besetzt, und für den Nachtdienst erfolgte die Disposition der Einsätze über die Gießener Leitstelle.
1997 wurde der DRK Rettungsdienst Mittelhessen gegründet, und auch die Laubacher Rettungswache ging in seine Zuständigkeit über. Für viele Standorte der neu gegründeten gGmbH folgten nun Standortverbesserungen – auch für Laubach. Die Wache wurde im März 2000 in ein wesentlich geräumigeres Gebäude in der Dexionstraße verlegt. 2013 zog die Wache ein weiteres Mal um, und zwar erstmals in ein eigens dafür errichtetes Wachengebäude, das passgenaue Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen bietet.  Damit rückte die Wache auch  näher an die Landesstraße L3481 heran. Sie ist von der Wache aus über eine Alarmausfahrt erreichbar.

Mit der Inbetriebnahme der Laubacher Wache schloss der DRK Rettungsdienst Mittelhessen 2013 seine Infrastrukturprojekte im Bereich Gießen-Land ab, denn auch die Rettungswachen Hungen und Londorf waren neu gebaut worden, und Lich hatte man baulich erweitert.

Trotz umfassender Modernisierungen sei heute nicht alles besser als früher, resümierte Geschäftsführer Müller abschließend. „Trotz der vielen Verbesserungen sind wir nicht in trockenen Tüchern“, sagte er. Auch in der Zukunft gebe es erheblichen Entwicklungsbedarf, denn „die Anforderungen an den Rettungsdienst haben sich so wesentlich verändert, dass das System der präklinischen Notfallversorgung an seine Grenzen kommt. Parallel dazu haben auch wir mit dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu kämpfen.“
Für die Zukunft seien darum Versorgungskonzepte gefragt, die Nicht-Notfälle aus der Notfallrettung heraushalten und auch im ländlichen Raum eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Ein weiteres wichtiges Standbein für eine zuverlässige Versorgung seien Intensivtransporte, denn auch in den ländlich geprägten Strukturen müssen Schwerstkranke sicher in Kliniken der Maximalversorgung verlegbar sein“, so Müller.

 

Ein "Laubach-Teller" für die Rettungswache Laubach (von links): Niklas Pabst (Bereichsleiter Gießen-Land), Mario Binsch (Kreisbrandinspektor Landkreis Gießen), Siegfried Maikranz (Vorsitzender DRK Ortsverein Laubach), Christian Betz (Vorstand des DRK Kreisverbandes Marburg-Gießen und Mitglied des Aufsichtsrates RDMH) sowie Markus Müller (Geschäftsführer RDMH).

(von links): Markus Müller, Niklas Pabst, Rainer Wengorsch (Bürgermeister der Stadt Hungen) mit Hungens Stadtbrandinspektoren Udo Träger.

Geschäftsführer Markus Müller und Bereichsleiter Niklas Pabst (von rechts) gemeinsam mit Dr. Daniela Heß (Ärztliche Leitung der ZNA der Asklepios Klinik Lich), Jan Orendt (Betriebsleitung RDMH), Patricia Rembowski (Öffentlichkeitsarbeit Asklepios Klinik) und Markus Stütz (Leiter der ZNA der Asklepios Klinik).

von rechts: Dirk Rausch (Bereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe) übergibt ein Geschenke für die Rettungswache an Niklas Pabst und Markus Müller.

Im Anschluss an den offiziellen Teil fand noch eine interne Feier für die Mitarbeiter des Bereiches statt.

Das erste Wachengebäude am Katzengraben in Laubach.

Ein RTW vor der Wache in der Dexionstraße.

Die heutige Wache in Laubach.