Veränderte Ausstattung für den ITW wird getestet

Lückenlose, arztbegleitete Intensivmedizin von Bett zu Bett für jede Indikation - das ermöglicht das Intensivtransportsystem Mittelhessen. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) betreibt es mit fünf baugleichen Fahrzeugen, die in Marburg und Gießen stationiert sind. Für den geplanten Flottenwechsel im Jahr 2018 beginnen jetzt die Tests.

„Wir bereiten die Einführung von neuen Fahrzeugen bzw. deren Ausstattung in der Regel immer mit einer Testphase vor“, erläutert Betriebsleiter Heiko Hartmann. „Unserem Unternehmen geht es darum, Weiterentwicklungen zu etablieren, die ein bestmögliches Ergebnis versprechen. Ob jedoch das, was in der Planung optimal erscheint, auch in der Praxis gut funktioniert, können am besten unsere Mitarbeiter/innen sagen. Darum werden von ihnen Neuerungen im Einsatz vorab getestet.“

Einer der Intensivtransportwagen (ITW) wurde mit einem neuen Tragensystem ausgestattet: Eine Stryker-Power Pro XT-Trage mit PowerLoad-System und einem gefederten Spezial-Tragentisch, dem Hoverboard Powerbase CM, ersetzt die bisherige Hubbühne. Sie ermöglicht im ITW ein ergonomisches Arbeiten und Verladen, denn die Fahrtrage ist durch die mitgeführte Ausstattung sehr schwer. Hinzu kommt, dass auch der Transport von Schwerlastpatienten möglich sein muss. Eine technische Unterstützung für die Mitarbeiter/innen ist somit ein Muss. Das leistet das neue Tragensystem – es bietet dabei hinsichtlich Platzverbrauch und Gewicht Vorteile.

Die Stryker Power Pro XT-Trage und das Stryker PowerLoad-System wurden bereits im Einsatzdienst des DRK Rettungsdienst Mittelhessen getestet und unter ergonomischen Gesichtspunkten von den Mitarbeiter/innen für gut befunden. Im ITW kommt die Trage in einer deutlich aufgewerteten Modellvariante zum Einsatz, die den besonderen Anforderungen besser entspricht. Zusammen mit dem mittelverschiebbaren, gefederten Tragentisch hat damit das Einsatzteam viele Möglichkeiten, rückenschonend zu arbeiten und den Innenraum des Fahrzeuges flexibel zu nutzen.

Auch neue Halterungen und Geräte gehen in den Test, z.B. der Intensivrespirator Hamilton T1. Das im Intensivtransport bewährte Gerät ist mit einer Turbine ausgestattet, durch die es Druckluft selbst erzeugen kann. Dadurch kann auf das Mitführen von Druckluftflaschen verzichtet werden, die sowohl im Fahrzeug als auch im Fußraum der Trage gelagert wurden. So entsteht mehr Platz, und das Gewicht wird reduziert.
Als Intensivüberwachungsmonitor geht der Corpuls 3 in Vollausstattung in den Test. Dieses Gerät wird im Rettungsdienst bereits eingesetzt und ermöglicht eine mobile Einsatzdokumentation durch die Datenerfassung im System „NIDA“. Dies soll auch auf das Intensivtransportsystem Mittelhessen übertragen werden.

Bis mindestens Ende März 2017 wird die Ausstattung im Intensivtransport getestet. Danach steht eine zweite Testphase bis Ende Mai an. Denn es muss geklärt werden, ob sich die Ausstattung auch für neonatologische Einsätze im sogenannten Neo-ITW eignet. Über einen Fragebogen können die Mitarbeiter/innen Rückmeldungen geben. Sie fließen in die Beschaffungsentscheidung ein, die im Sommer 2017 getroffen werden soll.

Technik mit Turbine: Der Intensivrespirator Hamilton T1

Kaum zu glauben: Das Stryker Powerload-System kann in dieser Position bis zu 318 Kilo Gewicht tragen.