Tochtergesellschaft MKT wurde 30 Jahre alt

Das „Marburger KrankenpflegeTeam“, Tochtergesellschaft des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, wurde im Dezember 30 Jahre alt.

So manches, was den vormals privaten Rettungsdienst ausmachte, ist in die Entwicklung des DRK Rettungsdienst Mittelhessen eingeflossen. Die Gründung einer eigenen Rettungsdienst-Schule, der Aufbau des Leistungsbereichs Intensivtransport oder die Inselrettung auf den Nordseeinseln Langeoog und Spiekeroog sind heute selbstverständliche Bestandteile des Unternehmens. Ihre Entstehungsgeschichte beginnt im MKT.

Im Jahr 1984 gründeten die Krankenschwestern Marianne Becker und Brunhild Jürgensmeier zusammen mit  dem Krankenpflegeschüler Markus Müller – heute Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen - das MKT als  Unternehmen für häusliche Krankenpflege. Dieses wurde 1985 um den Bereich Krankentransport erweitert – zu dieser Zeit in Hessen zu genehmigen im Rahmen des so genannten Mietwagenverkehrs. So nahm MKT seine Tätigkeit als Rettungsdienst in der Stadt Marburg auf.

Vorausgegangen war die Beschaffung erster, gebrauchter Einsatzfahrzeuge. Sie wurden mit viel Engagement ertüchtigt und ausgerüstet,  damit sie den hohen eigenen Ansprüchen genügten. Monate vergingen, bis das Genehmigungsverfahren zum November 1985 abgeschlossen war. Mit  engagierten Krankenpfleger/innen und mehreren als Rettungssanitäter/innen qualifizierten Student/innen war MKT jetzt rund um die Uhr mit zunächst vier Fahrzeugen präsent.

Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens wuchs das Unternehmen. 1988 umfasste der MKT-Fuhrpark 13 Fahrzeuge, und MKT nahm einen festen Platz im Rettungsdienst und Krankentransport des Landkreises ein.

1987 wurde der erste Fuhrpark komplett neu beschafft; bald folgte auch ein erstes Spezialfahrzeug für Intensivtransporte. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Verlegung schwerkranker Patienten von Klinik zu Klinik ausschließlich per Hubschrauber möglich. Mit der Anästhesie der Marburger Uniklinik entwickelte MKT ein dort für die Luftrettung entwickeltes Tragen- und Medizintechnikkonzept so weiter, dass erstmalig Intensivtransporte auf der Straße möglich wurden. Damit war das Unternehmen federführend an der  Entwicklung dieser Spezialtransporte in ganz Deutschland beteiligt. Damals wurden auch die Grundlagen für das heutige „Intensivtransportsystem Mittelhessen“ gelegt, das das Unternehmen heute mit fünf Intensivtransportwagen betreibt.

1990 trat das hessische Rettungsdienst-Gesetz in Kraft. Damit änderten sich die Vorzeichen, ein einheitlicher Ausbildungsstand für den Rettungsdienst wurde verbindlich, der Beruf „Rettungsassistent/in“  (RA) mit zweijähriger Ausbildung und staatlichem Abschluss wurde eingeführt – ebenso eine eine jährliche Pflicht-Fortbildung für die Einsatzdienst –Mitarbeiter/innen. Im Kontext der Qualifizierung des MKT-Krankenpflegepersonals zu Rettungsassistent/innen entstand die „Lehranstalt für Rettungsassistentenausbildung“, aus der das heutige DRK Bildungszentrum hervorging. 1990/91 wurde hier einer der ersten RA-Kurse in ganz Hessen durchgeführt.

1991 schloss das Unternehmen Verträge mit der Marburger Uniklinik für die Durchführung kliniksinterner Verlegungsfahrten. 1992 erfolgte die Anbindung des gesamten Unternehmens an die öffentliche Rettungsleitstelle. Im gleichen Jahr wurde ein zweites  Notarzteinsatzfahrzeug für Marburg auf der Rettungswache Marburg-Süd bereitgestellt. Ebenfalls 1992 übernahm MKT den Rettungsdienst auf der Nordseeinsel Langeoog. Bis heute haben Mitarbeiter/innen des DRK Rettungsdienst Mittelhessen die Möglichkeit, Dienste an der Nordsee zu übernehmen.  Weil Angehörige mit auf die Insel dürfen, ist dies sehr beliebt – so beliebt, dass das Unternehmen sich im Jahr 2000 auch um den Rettungsdienst auf Spiekeroog bemühte – und den Standort hinzugewann.

1997 änderten sich die Vorzeichen für die Notfallversorgung: Mit der Gründung des DRK Rettungsdienst Mittelhessen wurde  MKT zur Tochtergesellschaft. Bis heute sind im Unternehmen Kolleg/innen beschäftigt, die ihre berufliche Laufbahn im Rettungsdienst beim MKT begannen. Der erste hauptamtliche Mitarbeiter des MKT ist übrigens noch heute auf der Rettungswache Marburg-Süd im Einsatzdienst tätig.

Unter dem Dach des Roten Kreuzes gingen die Leistungsbereiche  in die neuen Strukturen ein. Unter der Firmierung von MKT wurden jedoch auch neue Bereiche aufgebaut, z.B. die FSJ-Trägerstelle. Sie betreut  die Absolventen eines Freiwilligenjahres, die beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen eingesetzt werden.