Freiwilligendienst im Rettungsdienst

im Rettungsdienst


Der Rettungsdienst steht rund um die Uhr bereit. Schichtdienst - also Nacht, Wochenend- und Feiertagsdienst im 12-Stunden-Rhythmus - gehört zum Alltag. Schnelle und häufige Wechsel von Einsatz- und Ruhezeiten erfordern eine gesunde Konstitution.

Im Einsatz geht es darum, Patientinnen und Patienten in verschiedensten Lebensituationen zu versorgen - medizinisch und menschlich. Dafür müssen alle Teammitglieder wissen, was zu tun ist. Die Freiwilligen unterstützen die hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit.

FD-Begleitung

Auf den Rettungwachen unterstützen unsere ‚Freiwilligendienst-Begleiterinnen und -Begleiter‛ (kurz: FD-Begleiter) ab dem ersten Tag Ihr Ankommen und Einfinden in den Rettungsdienst-Alltag. Die FD-Begleiter sind erfahrene Kolleginnen und Kollegen aus dem Einsatzdienst und beantworten Ihnen gerne alle organisatorischen Fragen auf der Wache.

  • Einsatzdienst. Foto: Ronald Henning
    Foto: Ronald Henning
  • Öffentlicher Rettungsdienst. Foto: Ronald Henning
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    Foto: Ronald Henning

Vor Einsatzbeginn erhalten Sie eine fundierte dreimonatige Qualifizierung zum Rettungssanitäter (m/w). Danach erfolgt der Einsatz im Team mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen.

Die Grundausbildung

Die Grundausbildung

Nur geprüftes Rettungssanitätspersonal darf nach derzeitiger Gesetzeslage als zweite Kraft auf dem RTW (Rettungswagen) arbeiten.

Die Grundausbildungen für den Einsatzdienst beginnen regelmäßig ca. zwei Monate vor Beginn des eigentlichen FSJ und bestehen aus einem theoretischen Teil (vier Wochen) und einem praktischen Teil (vier Wochen). Jedes Jahr starten mehrere Gruppen zu je ca. 20 Freiwilligen ihren Dienst bei uns.

Theoretischer Teil (160 Stunden in vier Wochen):
Neben der Vermittlung theoretischer Grundkenntnisse (Anatomie und Physiologie) erhalten Sie einen Überblick über die Notfallmedizin. Dazu zählen: Krankheitslehre, Gerätetechnik, Organisation, Notfallmanagement und Einsatztaktik.
Die theoretische Ausbildung findet in unserem Bildungszentrum statt.

Praktischer Teil/ Klinikpraktikum (160 Stunden in vier Wochen):
Der theoretischen Ausbildung folgt ein Klinikpraktikum in den Bereichen Notfallaufnahme, Anästhesie, Intensivstation und Pflegestation.

Im Freiwilligendienst geht es dann mit der Rettungssanitäts-Ausbildung weiter: Nach einer ersten Einführung startet der Freiwilligendienst mit einem Praktikum auf einer unserer Rettungswachen.

Praktikum Lehrrettungswache (160 Stunden):
Während des Praktikums auf einer Lehrrettungswache werden Sie als "dritte Position" auf dem Rettungswagen angelernt.

RS-Prüfungswoche (40 Stunden):
In dieser Woche absolvieren Sie die Rettungssanitäter/innen-Prüfung. Anschließend sind Sie in der Lage, im Zweierteam zusammen mit erfahrenem Personal zu arbeiten. 

Weitere Details zur Rettungssanitäter-Ausbildung finden Sie auf den Seiten unseres
Bildungszentrums.

Aufgaben

Aufgaben der Freiwilligen im Einsatzdienst:

  • Unterstützung der hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen  bei Notfalleinsätzen und Krankentransporten
  • Durchführen von Materialchecks
  • Reinigen des Fahrzeugs, Auffüllen des Materials und Überprüfung der Geräte

 

 

Arbeitsalltag

  • Foto: Ronald Henning
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    Foto: Ronald Henning
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    Foto: Ronald Henning
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    Foto: Ronald Henning

Teasertext Tagesablauf

Beim jeweiligen Dienstantritt erfolgt zunächst die Dienstübergabe mit dem Personal der vorangegangenen Schicht. Dabei werden wichtige Informationen weitergegeben, z.B. über den Zustand und das Equipment des zugeteilten Fahrzeugs.

Tagesablauf

Textelement Aufklappcontent

Zum Schichtbeginn meldet das Team sich über den Funkmelder "einsatzbereit" bei der zuständigen Rettungsleitstelle.

Im Anschluss folgt ein Kurzcheck der Fahrzeugfunktionen und aller wichtigen Geräte.

Danach wartet das Team in der Wache auf den ersten Einsatz. Für die Wartezeiten stehen geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung: In der Regel sind die Wachen mit Aufenthaltsraum, Waschraum und Küche ausgestattet; bei den rund um die Uhr besetzten Wachen kommen noch Ruheräume hinzu.

Zum Abschluss des Arbeitstages - bei Bedarf auch vorher - wird das Fahrzeug gereinigt, die Wäsche gewechselt, fehlendes Material aufgefüllt und die Geräte überprüft. Einmal pro Woche und nach Einsätzen, die besonderen Hygienevorschriften unterliegen, werden die Fahrzeuge desinfiziert.

Formale Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Mindestgröße 1,63 m
  • Maximalgröße 2,03 m
  • Bei Brillentragenden: keine Beeinträchtigung des farblichen und räumlichen Sehens
  • Euro-Führerschein, mindestens Klasse B und entsprechende Fahrpraxis
  • Nicht mehr als 1 Punkt im Verkehrszentralregister
  • Einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
  • Abgeschlossene Schul- bzw. Berufsausbildung
  • Flexibilität und Spaß an Teamarbeit

Persönliche Voraussetzungen

  • Teamfähigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Lernbereitschaft
  • Selbständigkeit
  • Körperliche Fitness

FSJ im Rettungsdienst – Erfahrungen aus erster Hand


Helen Spies findet es toll, Menschen zu helfen. Sie wird auf der Rettungswache Kirchhain eingesetzt. Foto: DRK Rettungsdienst Mittelhessen  Für Thaneé Helfrich (Rettungswache Biedenkopf) steht die persönliche Entwicklung im Vordergrund.

Was heißt es genau, im Rettungsdienst aktiv zu sein? Antworten auf diese Frage geben Helen Spies und Thanée Helfrich, die von Oktober 2016 bis September 2017 ein FSJ absolviert haben.

Interview

„Mir war es wichtig, dass ich nicht einfach irgendein FSJ mache, in dem ich nichts lerne, jeden Tag dasselbe mache und damit im Endeffekt einfach nur Zeit überbrücke. Schon als Kind hat mich der Rettungsdienst immer interessiert“, erklärt Thanée, die auf der Rettungswache in Biedenkopf eingesetzt wird. Zudem hatte sie das Bedürfnis, „etwas ganz Anderes zu machen“, bevor sie ihre Ausbildung zu Mediengestalterin aufnimmt.

Helen nutzt das Freiwilligenjahr, um Erfahrungen und Wartesemester zu sammeln. Sie wurde dabei von ihrer Verwandtschaft überzeugt: „Mein Cousin hat das vor ein paar Jahren auch gemacht und meinte, wenn man etwas über sich selbst und über andere Menschen lernen will, sollte man ein FSJ beim Rettungsdienst machen. Und er hat Recht behalten“.

Zu Beginn stand für beide zunächst die Rettungssanitäter-Qualifizierung auf dem Programm. Sie beinhaltet vier Wochen Theorie, je vier Wochen Praktikum in der Klinik und auf der Rettungswache sowie eine Prüfung zum Abschluss. Thaneé erinnert sich: „Die vier Wochen Theorie waren vollgepackt mit allem, was man für die RS-Prüfung wissen sollte, aber es war alles machbar“. Ihre  Grundausbildung bezeichnet sie als durchweg schöne Erfahrung: „Im FSJ-Kurs findet man in der Regel sehr schnell Anschluss oder sogar richtig gute Freunde. Und im Rettungswachenpraktikum wird man perfekt auf das vorbereitet, was einem bevorsteht“.

Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung bekommen die Freiwilligen erfahrende Kolleginnen oder Kollegen als feste Partner zur Seite gestellt.  „Ich empfinde meine Schichten mittlerweile als relativ entspannt, lehrreich und interessant. Genauso schnell kann es aber auch aufregend und anstrengend werden, körperlich wie psychisch.  Man weiß einfach nie, was als nächstes kommt“, so Thanée auf die Frage nach ihrem Rettungsdienstalltag. Auch für Helen, die auf der Wache in Kirchhain eingesetzt ist, gibt es hier keine eindeutige Richtung: „Es gibt solche und solche Tage. Manchmal hat man Melder und Schlüssel gerade in die Hand gedrückt bekommen, da muss man auch schon losfahren, manchmal passiert stundenlang nichts“. In jedem Fall gibt ihr der Rettungsdienstalltag ein gutes Gefühl. „Es ist teilweise anstrengend, aber es macht mich auch stolz, Menschen zu helfen, die den Notruf gewählt haben, weil es ihnen schlecht geht.“

Der  freundliche Umgang untereinander und die gute Atmosphäre im Team ist beiden jungen Frauen sehr wichtig. „Woran ich mich wahrscheinlich immer zurückerinnern werde, sind die Kolleginnen und Kollegen. Ich glaube, ich habe selten so viele tolle Menschen auf einmal kennengelernt“, schwärmt Thanée. Selbstverständlich gibt es bei aller Harmonie auch Einschränkungen. „Ich verstehe mich mit allen Kolleginnen und Kollegen im Ost-Kreis gut. Trotzdem gibt es Leute, mit denen man besser klarkommt als mit anderen - so ist nun mal die menschliche Natur“, meint Helen. Angesprochen auf die positiven Aspekte der täglichen Arbeit im Rettungsdienst hat die gebürtige Hamburgerin ebenfalls eine klare Meinung: „Ich finde es toll, dass man Menschen in hilflosen Situationen ein Stück Selbstkontrolle wiedergeben kann, indem man ihnen adäquat hilft“. Für Thanée steht vor allem die persönliche Entwicklung im Vordergrund: „Insgesamt wird man  viel reifer und erwachsener und lernt, anders zu denken, weil man tagtäglich sieht, was wirkliche Probleme sind. Außerdem kann man garantiert offener auf Menschen zugehen und besser mit ihnen kommunizieren“.

Was bedeutet es, ein FSJ im Rettungsdienst zu machen?

Sarah Meyer (Mitte) und Sophia Wilhelm (rechts) mit ihrem Freiwilligendienst-Begleiter Sebastian Wöllenstein. Erik Weiershausen und Leonie Truß sind während ihres FSJ auf der Rettungswache in Biedenkopf eingesetzt.

Ein FSJ im Rettungsdienst kann für alle das Richtige sein, die nach der Schule nicht direkt mit einer Ausbildung oder einem Studium beginnen möchten.

Interview

Wie ein FSJ im Rettungsdienst abläuft, können Erik Weiershausen, Leonie Truß, Sarah Meyer und Sophia Wilhelm beurteilen, die seit 2015 ein Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen absolvieren. „Ich habe mich schon immer für den medizinischen Bereich interessiert. Für mich ist das FSJ eine Möglichkeit, die Zeit bis zum Studium zu überbrücken und gleichzeitig zu testen, ob mir dieser Bereich wirklich liegt“, erklärt die 19-Jährige Leonie. Auch Erik möchte nach seinem FSJ studieren, allerdings nicht im medizinischen Bereich. „Die Ausbildung und der Führerschein, die ich im FSJ erworben habe, ermöglichen es mir, während meines Studiums als Nebenjob weiter im Rettungsdienst zu arbeiten.“

Zu Beginn des Jahres stand zunächst die Qualifizierung zum Rettungssanitäter auf dem Plan. Vier Wochen Theorie, je vier Wochen Praktikum in einer Klinik und auf einer Rettungswache, abschließend eine Prüfung. „Die vier Wochen Theorie sind eine Art Crashkurs. Natürlich ist es viel auf einmal, aber ich fand den Unterricht total interessant“, sagt Sophia.  „Auf das Klinikpraktikum hatte ich erst nicht so viel Lust. Es war aber total toll: Ich habe viel gezeigt bekommen und gelernt“, meint Sarah. An ihren ersten Einsatz während des Praktikums auf der Rettungswache kann sich die 19-Jährige noch gut erinnern. „Mein erster Einsatz war ein Herzinfarkt. Ich war sehr nervös, aber die Kollegen nehmen einem die Aufregung, in dem sie genau sagen, was man tun muss.“

Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung zum Rettungssanitäter bekommt jeder Freiwillige feste Partner zugeteilt. Das sind Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter, welche die die jungen Kolleginnen und Kollegen weiter anleiten können. Erik und Leonie sind beide auf der Rettungswache in Biedenkopf eingesetzt. „Ich hatte bisher zum Glück keinen richtig schlimmen Einsatz. Wir fahren auch häufig Krankentransporte, es sind ja nicht immer Notfälle“, sagt Erik. Sarah und Sophia  sind beide für Marburg-Ost eingeteilt, verrichten ihren Dienst in Stadtallendorf, Neustadt oder Kirchhain. „Mir gefällt die Arbeit im Ostkreis und mit den Kollegen verstehe ich mich sehr gut. Wenn keine Einsätze sind, kochen wir zusammen, sehen fern oder erledigen Papierkram“, sagt Sarah. „Auf dem Land sind die Rettungswachen mit weniger Teams besetzt, das macht die Zusammenarbeit aber auch viel familiärer“, ergänzt Sophia.

Den gesamten Ablauf des Freiwilligendienstes koordiniert beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen eine  Trägerstelle. Dazu gehört auch die Planung von Seminartagen, an denen alle FSJler einer Gruppe teilnehmen. „Wir besprechen dort inhaltliche Themen oder machen gemeinsame Ausflüge. Wir waren zum Beispiel auf Hof Fleckenbühl oder im Anatonicum“, sagt Sarah.

Der Kontakt mit den Menschen und den Kollegen, die abwechslungsreiche Arbeit und der Austausch mit den anderen FSJlern: Das nennen alle als positive Aspekte ihrer Arbeit. Natürlich gibt es auch Schattenseiten. „Die häufige Arbeit an den Wochenenden ist manchmal nervig. 12 –Stunden-Schichten sind teilweise auch anstrengend. Als Ausgleich versuche ich so oft wie möglich Sport zu machen“, erklärt Erik.

Die Entscheidung für das FSJ bereuen alle vier nicht. Leonie ist sich mittlerweile sicher, dass sie das richtige Berufsfeld ausgesucht hat. „Sollte es mit dem Studium nicht klappen, könnte ich mir auch eine Ausbildung als Notfallsanitäterin vorstellen“, erklärt sie.

Sarah wird dem medizinischen Bereich treu bleiben, sie will im Anschluss Pflege- und Gesundheitsmanagement studieren. Und auch Sophia hat durch das ­ FSJ das richtige Berufsfeld gefunden. „Ich möchte gern die Ausbildung zur Notfallsanitäterin machen und Berufserfahrung sammeln. Vielleicht studiere ich später noch Medizin“, sagt die 19-Jährige.

abstand

 

Noch Fragen?

Das Team der Trägerstelle. Foto: Ronald Henning
Das Team der Trägerstelle. Foto: Ronald Henning

Noch Fragen?

Das Team der Trägerstelle beantwortet gerne Ihre Fragen:

Tel.: 06421/ 95 02-53 und -54
E-Mail: freiwillig(at)rdmkt(dot)de

Zum FSJ im Vogelsbergkreis gibt Sebastian Schrimpf gerne Auskunft:

Tel.: 06641/ 96 63-41
E-Mail: schrimpf(at)drk-lauterbach(dot)de